Riesiges Aufgebot zur Großübung mit 151 Einsatzkräften

Naila Eines der schlimmsten Szenarien für die Feuerwehr ist ein Feuer in einem Seniorenheim. Weil die Bewohner körperlich gebrechlich, gehbehindert oder auch dement sind, ist die Evakuierung eines solchen Objektes ungleich schwieriger als die Räumung anderer bewohnter Objekte. Weil die Feuerwehrleute das in der Theorie Gelernte aber auch in der Praxis üben und verstetigen müssen hat der Kreisbrandmeister und erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Naila, Hans Münzer, eine große Übung am Seniorenstift Martinsberg ausgearbeitet und organisiert. Dass das Gebäude mitten in einem Wohngebiet liegt, macht es nicht einfacher.

Angenommen wurde ein Dachstuhlbrand im östlichen Teil des Gebäudes. Die Feuerwehrleute aus Bad Steben bekämpften das „Feuer“ mit dem Wendelrohr der Drehleiter; die Ka meraden aus Naila setzten vom Boden aus mehrere Strahlrohre ein. Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz durchkämmten das Haus. Da im westlichen Teil des Gebäudes die Verletzten nicht durch die Treppenhäuser abtransportiert werden konnten, musste die Feuerwehr Naila sieben Personen mit der Drehleiter vom Balkon aus einzeln retten. Damit überhaupt gelöscht werden konnte, war es erforderlich, die Wasserversorgung sicherzustellen. Die Kameraden der Selbitzer Wehr kümmerten sich um die Löschwasserförderung. Um das Wasserleitungsnetz zu entlasten, erfolgte die Wasserentnahme über Hydranten und zusätzlich aus dem Ludelbachteich sowie dem Löschwasserteich unterhalb der Frankenhalle. Hier mussten die Feuerwehrleute erst noch die entsprechenden Löschwasserstrecken aufbauen. Für die „geretteten“ Personen hatten die BRK-Bereitschaften eine Verletztensammelstelle hinter dem Seniorenheim eingerichtet. Hier wurden die „Verletzten“ gesichtet, erstversorgt und untersucht, damit über die weitere Versorgung entschieden werden konnte.

Logistisch war dieser Einsatz eine große Herausforderung, denn die vielen Einsatzfahrzeuge mussten untergebracht werden. Dafür wurde auf dem ehemaligen Netto-Parkplatz in der Froschgrüner Straße ein Bereitstellungsraum für die Fahrzeuge eingerichtet. Auch das THW war im Einsatz; es sorgte für die Ausleuchtung der Einsatzstelle und regelte den Verkehr. Die Straße vor dem Seniorenstift wurde gesperrt. Den Bewohnern des Seniorenstiftes wollte man den Stress nicht antun, bei der Übung als „Verletzte“ gerettet zu werden, deshalb haben sich Schüler des Hochfranken-Gymnasiums zur Verfügung gestellt. Die Einsatzleitung hatte Hauptlöschmeister Michael Tholl; Zugführer des Löschzugs Naila war Hauptlöschmeister und stellvertretender Kommandant Marco Wagenlechner. Unter den gestrengen Augen von Kreisbrandmeister Hans Münzer, Kreisbrandinspektor Rolf Hornfischer und Kreisbrandrat Reiner Hoffmann gab es im Anschluss eine Manöverkritik. Die Führungsdienstgrade bescheinigten den beteiligten Kräften einen hohen Ausbildungsstand und eine hervorragende Arbeit.

Viele Nailaer beobachteten die Übung. Hans Münzer hob die sehr gute Zusammenarbeit mit allen Hilfsorganisationen ausdrücklich hervor. Sein Dank galt auch dem Team des Seniorenstifts Martinsberg, das auch für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte.

Eine Feuertaufe erlebte der neu eingeführte Digitalfunk. Die neue Technik hat tadellos funktioniert. Gegen 20 Uhr war die Großübung dann beendet.

Bericht: Michael Spindler – Frankenpost