TechnicalRescueDay Naila

Zu einer der Hauptaufgaben der Feuerwehr gehört seit Jahren verstärkt auch die technische Hilfeleistung  „THL“, welche ca. 60% der jährlichen Einsätze einer Feuerwehr ausmacht. Neben kleineren Einsätzen wie z.B Türöffnungen umfasst dieser Bereich aber auch die technische Unfallrettung bei Verkehrsunfällen. Was sich hier oftmals so einfach anhört, wird durch die immer komplizierter und stabiler werdenden Fahrzeugtechnologien zu echten Herausforderungen für die Retter und deren Ausrüstung. Hat beispielsweise vor 10 Jahren noch eine Rettungsschere mit 30 Tonnen Schneidkraft ausgereicht um einfache Blechlagen zu schneiden, so kommen bei den heutigen Oberklasse-Fahrzeugen Scheren mit über 100 Tonnen Schneidkraft durch den Verbau von „Ultra hochfeste Stählen“ schnell an ihre Grenzen, aber auch die Anzahl der verbauten  Sicherheitssysteme wie z.B. Airbags im Gurt, aktive Motorhauben oder alternative Fahrzeugantriebe

erschweren den Helfern das Arbeiten am Unfallfahrzeug erheblich. Um auch in der Zukunft bei Unfällen mit diesen Fahrzeugen eine schnelle und schonende Patientenrettung zu gewährleisten fand im Oktober auf dem Gelände der Autowerkstatt Künzel in Naila der erste TechnicalRescueDay der Freiw. Feuerwehr der Stadt Naila statt. Nach einem theoretischem Unterricht am Freitag, folgte am Samstag die Praxis. Hier wurden die 40 Teilnehmer aus Naila, Schwarzenbach a. Wald und dem Lkr. Kronach an mehreren Stationen die Neuerungen im Bereich der technischen Unfallrettung wie z.B. die große Seitenöffnung oder eine schnelle Öffnung des Daches mit einer Säbelsäge geschult. Nachdem die Kameraden an den ersten relativ einfach aufgebauten Stationen die neuen Zugangstechniken einmal ausprobieren konnten, ging es nach der Mittagspause darum, nachgestellte Unfallszenarien abzuarbeiten. Hier wurde neben einem PKW, welcher überschlagen auf einer Leitplanke zum Liegen gekommen ist, ein Seitenaufprall gegen einen Baum und das unterfahren eines LKW-Anhängers simuliert. Für die Kameraden der Feuerwehr ist hierbei sehr wichtig in der Ausbildung nicht alltägliche Einsatzsituationen nachzustellen, um im Ernstfall auch diese „schwierigen“ Situationen zuverlässig und sicher abarbeiten zu können. Ein großer Dank geht hierbei an die Kameraden aus Schwarzenbach a. Wald, die sich spontan bereit erklärten uns mit ihrem neunen und aktuell einem der stärksten Rettungssätze auf dem Markt zu unterstützen, das THW Naila für die Unterstützung bei Aufbau der Stationen, die Firma KLUG in Hof und natürlich der KFZ Werkstatt Künzel in Naila für die zur Verfügung Stellung des Übungsgeländes und der Unfallfahrzeuge.

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