Auf gute Nachbarschaft !

(Foto: winkit/Wikipedia)

Jedes Jahr im Spätsommer werden Wespen und andere Hautflügler zu Plagegeistern. Oft wird dann die Feuerwehr gebeten, die Nester zu entfernen. Da wildlebende Tiere jedoch generell unter Naturschutz stehen und bis auf wenige Arten von Wespen ein besonderer Artenschutz gilt, kann die Feuerwehr diesem Wunsch nicht immer nachkommen.

Von unseren 8 einheimischen staatenbildenden Wespen zeigen nur zwei Arten „lästiges“ Verhalten – die Gemeine und die Deutsche Wespe. Wespenvölker leben nur einen Sommer. Nur die im Herbst begatteten Königinnen überwintern, der Rest des Volkes überlebt nicht. Im August erreichen die Völker ihre größte Stärke mit bis zu 10000 Tieren, die vermehrt nach Leckereien suchen. Spätestens im September/Oktober wird das Nest von den Jungköniginnen aufgegeben, die anderen Wespen bis dahin gestorben. Ein Nest wird niemals zweimal bevölkert. Es wird sogar gemieden. Das alte Nest sollte daher nicht beseitigt werden, dann hat man in der Regel im nächsten Jahr Ruhe.

Hornissen und Wespen fressen andere Insekten und Schädlinge, vor allem Fliegen. Das können pro Tag und Volk schon einmal bis zu 3000 Tiere sein. Auch als Bestäuberinsekten haben Wespen eine große biologische Bedeutung.

Hornisse
Hornisse (Foto:oldobelix/Wikipedia)
Hornissen als unsere größten heimischen Wespen bilden kleinere Völker mit etwa 500 Tieren. Sie sind eher scheu und flüchten lieber, anstatt agressiv zu werden. Lediglich in unmittelbarer Nähe des Nestes ist Vorsicht geboten. Wespen und Hornissenstiche sind nicht gefährlicher als Bienenstiche, allen Sprichwörtern zum trotz werden Hornissenstiche weder Pferden noch Menschen zum Verhängnis.

Feuerwehreinsatz ist nur selten notwendig

Das Wespennest muss nicht in jedem Fall beseitigt werden. Einfache Regeln erlauben es, ohne Gefahr mit den Wespen in guter Nachbarschaft zu leben:

  • Wespen den Zugang zum Inneren des Hauses durch Fliegengaze etc. versperren.
  • Süße Speisen und Getränke nicht unbedeckt im Freien stehen lassen. Ein Geschirrtuch oder eine Tortenhaube erweist oft gute Dienste
  • Flaschen oder Dosen immer gut verschließen, nicht daraus trinken, Strohhalme benutzen
  • Wo Fallobst am Boden liegt, nicht barfuß laufen.
  • Kindern, die Süßigkeiten gegessen haben Mund und Hände abwischen
  • Wenn möglich, meiden Sie die Umgebung des Nestes

Insektenschutzanzug
Geht vom Wespennest dennoch eine Gefahr aus, beispielweise im Kinderzimmer, so kann es von einem Schädlingsbekämpfer oder der Feuerwehr entfernt werden. Zunächst wird jedoch immer geprüft, ob die Wespen nicht umgesetzt werden können. Nur im Notfall werden die Wespen mit Gift getötet. In aller Regel werden diese Maßnahmen am späten Abend durchgeführt, wenn das Wespenvolk möglcihst vollständig im Nest ist. Ein solcher Feuerwehreinsatz ist kostenpflichtig und wird nach Aufwand abgerechnet. Die Rechnung wird anhand der Gebührensatzung der Stadt Naila erhoben und beginnt bei etwa 50 Euro, bei aufwändigeren Einsätzen, beispielsweise unter Beteiligung einer Drehleiter, können hier auch mehrere hundert Euro an Kosten entstehen.

Trotzdem gestochen worden ?

Meistens hilft es bereits, die Stichstelle gut zu kühlen. Sind Kleinkinder gestochen worden oder hat das Insekt im Mund oder am Hals gestochen, sollte vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden. Kritsch wird es, wenn man auf das Insektengift allergisch reagiert (Kreislaufprobleme, Herzrasen, Atemnot, Nesselsucht oder Anzeichen eines Schocks) oder die Wespe in den Rachen gestochen hat:

Weitere Informationen

Im Internet gibts es zahlreiche Seiten, auf denen Sie sich zum Thema informieren können, eine kleine Auswahl finden Sie hier:

www.hymenoptera.de

www.hornissenschutz.de

http://news.immowelt.de/lifestyle/artikel/1785-das-wespennest-tipps-zum-umgang-mit-den-tieren.html